An alle Ehemaligen

Grüße aus Dar es Salaam

Am 15. August hatten Raoul und Lou ihren ersten Schultag an der International School of Tanganyka hier in Dar es Salaam (IST).
Die IST gefällt Raoul und Lou fast genauso gut wie die Schele-Schule (!)
Lou kam direkt von der Schele-Schule in die Klasse drei auf der Elementary School in der United Nations Road. Ihr Lehrer heißt Richard Wainwright und kommt aus Australien. In Lous Klasse sind 22 Schüler und Schülerinnen. Sie kommen aus aller Welt: Tanzania, Südafrika, Indien, Niederlande, Philippinen, Schweiz, England, USA. Lou hatte die erste Woche etwas Angst, alles auf Englisch bewältigen zu müssen. Aber schon nach ein paar Wochen traute sie sich bereits, zwei neue englischsprachige Freundinnen (Jamie und Emilie) zum Übernachten nach Hause einzuladen. Das heißt hier "sleepover".
Die Schule fängt schon um 7.00 Uhr morgens an und ist um 13.00 zu Ende.
Danach gibt es aber eine Vielzahl von Aktivitäten. Lou hat sich dieses Halbjahr für Scouting (Pfandfinder) und Yoga entschieden.
Die Noten werden hier ganz anders verteilt, von 1 bis 7. Und sieben ist die beste Note. Lou hat schon ein paar Mal eine 6 geschrieben. Ihr könnt euch ausrechnen, ob das eine gute Note ist!
Die Schule hat einen eigenen Swimmingpool und ein riesiges Gelände. Sport findet immer draußen (unter einem Sonnendach) statt.
Raoul kam nach 4 Jahren Schele-Schule und einem Jahr Graues Kloster hier in die Klasse 6 auf der IST Secondary School auf der Halbinsel Msasani. Raouls Schulweg führt direkt am Indischen Ozean entlang. Leider kann er nicht mit dem Fahrrad fahren, weil viele Leute zu rücksichtslos fahren und es keinen Radweg gibt. Außerdem ist es manchmal ganz schön heiß...(!) Raouls Klassenlehrer heißt Paul Murphy und kommt aus den USA. Raoul hat bei ihm aber nur Humanities. Auch Raoul muss um 7.00 Uhr morgens da sein und hat um 13.00 Schulschluss. Er ist aber oft bis 15.30 in der Schule, weil er ganz viele AGs mitmacht:
- Steal Band: Man spielt auf großen Metalltrommeln, die 20 Töne erzeugen können. Zurzeit wird ein Konzert vorbereitet.
- French Club: Hier wird französisch geübt. die meisten Kinder hatten hier schon ab Klasse drei Französisch und Raoul muss ein bisschen was aufholen.
- Dar Animal haven: Das ist ein so genannter Community Service. jeder Schüler muss eine AG wählen, die sich für die Gemeinschaft engagiert. Dar Animal Haven hilft Tieren in Not.
- Floor Hockey. Ähnlich Hockey, nur mit Schlägern in Form von Eishockeyschlägern. In einer Woche findet ein Turnier gegen Schüler aus Dar es Salaam, Moshi und Arusha statt.
- Computer Games. In der Bücherei der Schule stehen 20 Computer, auf denen man einmal in der Woche Computerspiele spielen darf. Die Bibliothek ist richtig groß und man kann dort lesen oder sich Bücher ausleihen.
Ansonsten werden Computer auch für Hausaufgaben sehr viel genutzt. Raoul musste schon ein paar Referate vorbereiten. In den beiden IT-Labs in der Schule stehen noch einmal 16 Computer.
Auch Raouls Schule hat ein Schwimmbecken und ein Tauchbecken, zwei Sportplätze, eine große Sporthalle und eine super Kantine. Die braucht man auch, wenn man von 7.00 bis 15.00 in der Schule ist!
Der Unterricht ist im Gegensatz zu Deutschland viel projektbezogener und es gibt viel Sport, Kunst und Musikunterricht. Außerdem gibt es ein eigenes Fach "Drama" (Schauspiel). Raoul hat schon viele Freunde aus Deutschland, Argentinien, Niederlande, Tanzania, Indien, Simbabwe und Südafrika. Mit dem Englisch kam er gleich gut zurecht und muss gar keinen Zusatzunterricht haben, der hier für Nicht-Muttersprachler regelmäßig angeboten wird.
Uns allen geht es sehr gut hier. Nach der Schule gehen wir das ganze Jahr über oft schwimmen und segeln, zum Beispiel im Yachtclub oder auf eine kleine Insel namens Bongoyo. Am Wochenende fahren wir manchmal nach Zanzibar, aber auch auf Safari. Ingo ist viel früher zu hause und wir verbringen viel Zeit mit unseren neuen Freunden. Leider wird es immer schon um 18.00 abends dunkel.
Es gibt auch hier in der Stadt viele Tiere. Zum Beispiel haben wir im Garten regelmäßig Affen, aber manchmal auch Pfauen. Zum Glück haben wir aber noch keine Schlange gesehen!
Hier ist jetzt gerade Sommer, so dass es immer heißer wird, so um die 30-34 Grad tagsüber! Morgens um 6.45, wenn wir zur Schule fahren, ist es schon um die 27 Grad.
Wir denken viel an die Schele-Schule und unsere vielen Freunde dort. Lou hat sich sehr über die Briefe von ihrer Klasse gefreut und schreibt bald wieder zurück! Ganz herzliche Grüße an euch alle!
Raoul und Lou, Inge und Ingo Herbert